Heizstrom: Kurz und knapp
Warum Wärmepumpenstrom?
Wenn du eine Wärmepumpe betreibst, empfiehlt es sich, deren Verbrauch über einen eigenen Stromzähler abzurechnen. Da spezielle Wärmepumpentarife aufgrund niedrigerer Netzentgelte oft deutlich günstiger sind als herkömmlicher Haushaltsstrom, lassen sich so jährlich mehrere Hundert Euro sparen.
Dabei musst du den Heizstrom nicht zwingend beim selben Anbieter beziehen wie deinen restlichen Strom – ein Vergleich lohnt sich also in jedem Fall.
➥ Wichtig für den Tarifvergleich ist die Information, ob der Verbrauch deiner Wärmepumpe über einen Eintarif- oder einen Zweitarifzähler (HT/NT) erfasst wird. So stellst du sicher, dass du den günstigsten Anbieter findest.

Dein Weg zu günstigen Wärmestrom
Wenn du eine Wärmepumpe oder eine Nachtspeicherheizung zum Heizen nutzt, kannst du unseren Wärmepumpenstrom-Vergleich nutzen, um für deine Region einen günstigen Tarif zu finden. Das Beste daran: Du bist nicht an deinen aktuellen Anbieter gebunden, sondern kannst den Wärmestromtarif ganz unabhängig von deinem normalen Stromvertrag wählen.
Damit du von diesen vergünstigten Sondertarifen profitieren kannst, müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:
- Zweckgebundene Nutzung: Der Strom muss nachweislich für den Betrieb einer fest installierten Heizungsanlage/Wärmepumpe verwendet werden.
- Separater Zähler: In der Regel wird dein Heizstromverbrauch über einen eigenen, separaten Zähler bzw. Doppeltarifzähler gemessen.
- Unterbrechbarkeit: Nach dem Energiewirtschaftsgesetz (§ 14a EnWG) muss deine Anlage „unterbrechbar“ sein. Das bedeutet, dass der Netzbetreiber die Stromzufuhr zu Spitzenzeiten kurzzeitig drosseln darf, wofür du im Gegenzug durch niedrigere Netzentgelte belohnt wirst.
Ein Vergleich der Anbieter für Wärmepumpenstrom lohnt sich also fast immer, um deine Heizkosten spürbar zu senken!
Wie funktioniert der Wärmepumpenstrom-Vergleich?
Ob Ein- oder Zweitarifzähler, du musst deinen Jahresstromverbrauch in kWh und die Verbrauchsstelle (eine gültige Postleitzahl) für den Vergleich angeben. Keine exakten Verbrauchszahlen zur Hand?
Nutze einfach einen Richtwert: Bei 120 bis 160 Quadratmetern Wohnfläche in einem Einfamilienhaus rechnet man im Durchschnitt mit einem Wärmepumpen-Verbrauch von 6.500 kWh jährlich.
Achte auf wichtige Kriterien beim Vergleichen des Wärmepumpentarifs!
- Vertragslaufzeit: maximal 12 Monate, um anschließend vom Wechselbonus zu profitieren.
- Preisgarantie: Sie schützt dich vor Preiserhöhungen und sollte sich über die gesamte Laufzeit erstrecken.
- Kündigungsfrist: maximal 4 Wochen
- Bewertungen/Kundenerfahrung: Lies dir Bewertungen anderer Kunden durch, um zu erfahren, wie der Wechselprozess verlief.
- Ökotarife: Mit nachhaltigen Ökotarifen kannst du etwas zum Klimaschutz beitragen.
Wärmepumpenstrom lohnt sich nicht immer!
Der Fairness halber! Ein extra Wärmepumpenstromtarif lohnt sich nur dann, wenn sich die Kosten (doppelte Grundgebühr, doppelte Zählergebühr, ggf. Einbaukosten) durch den vergünstigten Wärmetarif kompensieren.
Wenn du nur wenig Strom für deine Wärmepumpe benötigst, lohnt es sich ggf. nicht. Ab 3.000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom pro Jahr ist der separate Stromtarif für Wärmepumpen ein Thema.
Damit es sich für dich lohnt, musst du deinen Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom regelmäßig vergleichen. Verbräuche, Grundpreis, Arbeitspreis und Bonusse sind entscheidend für deinen jährlichen Spareffekt.
Smart Meter & Dynamischer Tarif für Wärmepumpe
- Vorteil: Optimal für moderne Wärmepumpen, PV-Anlagen und Speicher, da sie den Verbrauch in Niedrigpreisphasen verlagern (hohes Einsparpotenzial).
- Bestand: Ein intelligentes Energiemanagementsystem (HEMS) ist für maximale Einsparungen empfehlenswert.
- Zukunft: Zwingend bei neuen Anlagen ab 2024 (Steuerbarkeit nach § 14a EnWG).
Extra-Zähler für Wärmepumpe (Klassischer WP-Tarif):
- Vorteil: Garantiert günstigeren Festpreis für Heizstrom, unabhängig von Tageszeiten.
- Bestand: Lohnt sich oftmals nicht, wenn ein neuer Zählerschrank erforderlich ist, da die Umbaukosten die Einsparungen übersteigen können.
- Voraussetzung: Meist rentabel ab einem jährlichen Verbrauch von über 3.000 kWh
– Nimm dir Zeit bei der Wahl deines Heizstromanbieters!
Wie funktioniert eine Wärmepumpenheizung?
Eine Wärmepumpe nutzt kostenlose Wärme aus der Natur – also aus der Luft, dem Boden oder dem Grundwasser – und macht daraus Heizwärme für dein Zuhause. Dafür braucht sie zwar Strom, aber nur einen kleinen Teil.
Etwa drei Viertel der Wärme kommen direkt aus der Umwelt, nur ein kleiner Anteil wird durch Strom erzeugt. Deshalb arbeitet eine Wärmepumpe viel sparsamer als viele andere Heizsysteme, die komplett mit Strom laufen, etwa alte Nachtspeicheröfen.
Lohnt sich ein weiterer Stromzähler überhaupt?
Ein zusätzlicher Stromzähler für die Wärmepumpe kann sich dann lohnen, wenn die Kosten für den Einbau und die monatlichen Gebühren durch Einsparungen bei einem günstigeren Heizstromtarif oder durch reduzierte Netzentgelte wieder hereinkommen.
Entscheidend ist also, ob der Preisvorteil beim Strom groß genug ist, um die Anschaffungskosten + mtl. Kosten über die Zeit auszugleichen.
Was für einen Stromzähler habe ich?
Um festzustellen, ob du einen Eintarif- oder Mehrtarifstromzähler hast, kannst du direkt auf den Zähler schauen. Ein Eintarifzähler zeigt nur einen einzigen Zählerstand an, während ein Mehrtarifzähler zwei verschiedene Stände wie HT und NT oder T1 und T2 anzeigt.
Bei modernen digitalen Zählern werden diese Anzeigen oft automatisch durchgeschaltet oder können über eine Taste gewechselt werden. Typische Bezeichnungen sind 1.8.1 und 1.8.2 für zwei unterschiedliche Tarife.
Auf dem Typenschild des Zählers selbst findest du oft Hinweise wie „1R“ für einen Eintarifzähler oder „2R“, „Zweitarifzähler“, „HT/NT“ für Mehrtarif. Wenn du dir unsicher bist, kannst du auch in deinem Stromvertrag nachsehen: Dort steht, ob du einen Eintarif oder HT/NT-Tarif abgeschlossen hast.
Was bedeutet JAZ bei Wärmepumpen?
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) zeigt dir, wie effizient deine Wärmepumpe übers Jahr arbeitet. Im Grunde sagt sie aus, wie viel Wärme du aus einer bestimmten Menge Strom herausholst.
Um die JAZ zu bestimmen, vergleicht man die erzeugte Wärmemenge mit dem Strom, den die Anlage dafür gebraucht hat. Meist liegt der Wert irgendwo zwischen 2 und 5. Je höher die Zahl, desto besser nutzt deine Wärmepumpe den Strom – und desto weniger zahlst du am Ende fürs Heizen.
Wie gut die JAZ ausfällt, hängt von mehreren Dingen ab: zum Beispiel davon, wie die Wärmepumpe eingestellt ist, wie kalt es draußen wird und wie viel Wärme dein Haus überhaupt benötigt. Wenn man diese Punkte genauer anschaut, lässt sich auch ziemlich gut einschätzen, welcher Wärmepumpen‑Stromtarif am besten zu deinem Verbrauch passt.
Was kostet aktuell Wärmepumpenstrom?
Je nach Region, Anbieter und Tarif liegt man momentan (03.2026) bei knapp 21 Cent pro kWh als Neukunde. Im Schnitt sind Wärmetarife 10–20 % günstiger als Haushaltsstrom.
Weil Strompreise dynamisch sind, ist ein tagesaktueller Vergleich immer aussagekräftiger für Kunden, die nach günstigen Preisen suchen.
Regeln: Steuerbarkeit für Wärmepumpen?
Seit 2024 müssen neue Wärmepumpen steuerbar sein. Heißt: Dein Netzbetreiber darf deine Wärmepumpe bei Engpässen kurz herunterregeln – aber nicht abschalten. Dafür bekommst du im Gegenzug reduzierte Netzentgelte.
Die drei Säulen der Vergütung
Man hat meistens die Wahl, wie man die reduzierten Netzentgelte einsacken möchte. Es gibt drei Modelle:
- Pauschalbetrag (Modul 1): Das ist die einfachste Variante. Du bekommst eine jährliche Gutschrift (je nach Netzbetreiber oft zwischen 110 und 190 Euro), unabhängig davon, wie viel Strom du verbrauchst.
- Prozentuale Reduzierung (Modul 2): Hier wird der Arbeitspreis der Netzentgelte um ca. 60 Prozent gesenkt. Das lohnt sich hauptsächlich bei Anlagen mit sehr hohem Stromverbrauch (z. B. eine Wärmepumpe in einem großen Altbau). Dafür ist meist ein separater Zähler nötig.
- Zeitvariable Netzentgelte (Modul 3): Dieses Modell soll ab 2025 Standard werden. Dabei zahlst du weniger, wenn das Netz wenig belastet ist (z. B. nachts).
Was bedeutet „runterregeln“ konkret?
Der Netzbetreiber darf deine Anlage nicht auf null setzen. Es gibt eine garantierte Mindestleistung:
- Dir müssen mindestens 4,2 Kilowatt zur Verfügung stehen.
- Das reicht aus, um deine Wärmepumpe im Notbetrieb weiterlaufen zu lassen.
- Wichtig: Dein normaler Haushaltsstrom (Licht, Herd, Fernseher) ist davon komplett unberührt und wird niemals gedrosselt.
Warum macht man das?
Früher konnten Netzbetreiber den Anschluss von Wärmepumpen oder Wallboxen verweigern, wenn sie Angst um die Stabilität ihres lokalen Netzes hatten. Seit 2024 dürfen sie den Anschluss nicht mehr ablehnen. Die Steuerbarkeit ist gewissermaßen der Kompromiss: Der Netzbetreiber bekommt die Kontrolle für den Notfall, und du bekommst die Garantie, dass du deine Geräte überhaupt einbauen darfst.
Ein kleiner Tipp am Rande: Falls du bereits eine Anlage vor 2024 hattest, fällst du unter den Bestandsschutz. Du kannst aber freiwillig in das neue System wechseln, um die Rabatte mitzunehmen – das sollte man jedoch vorher genau durchrechnen.